24.03.2026 |
Genf – SITA, der globale Spezialist für IT- und Kommunikationslösungen in der Luftfahrtbranche, und IDsure haben gemeinsam mit Columbia Shipmanagement den ersten interoperablen Piloten für digitale Crew-Identitäten in der Schifffahrt gestartet. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur Ablösung papierbasierter Zertifikatsprüfungen. Der Pilot ist Teil der SmartSea-Strategie und überträgt bewährte Verifizierungsstandards aus der Luftfahrt auf maritime Anwendungen. Mit dem Start treiben SITA und IDsure die Digitalisierung maritimer Prozesse voran. Die Initiative adressiert eine Branche mit über zwei Millionen Seeleuten auf rund 75.000 Handelsschiffen weltweit.
Die maritime Branche ist bislang stark auf manuelle Prüfungen angewiesen – ein Faktor, der angesichts millionenfacher Crew-Wechsel über Landesgrenzen hinweg zu Verzögerungen, höheren Kosten und erhöhten Risiken führt. Im Fokus des Pilotprojekts steht daher die Digitalisierung von Qualifikationsnachweisen: Verifizierte Zertifikate werden in einem digitalen Handbuch für Seefahrer gespeichert und ersetzen papierbasierte Dokumente. Prozesse, die bislang Stunden dauerten, lassen sich so in wenigen Minuten abwickeln.
Die digitalen Identitäten und Zertifikate werden DSGVO-konform auf mobilen Geräten gespeichert. Die von IDsure entwickelte App nutzt den Identitätsverifizierungsdienst von SITA, um nationale Ausweise oder Reisepässe zu authentifizieren. Seeleute behalten die Kontrolle über ihre Daten, während Behörden und Betreiber diese bei Hafenaufenthalten unmittelbar prüfen können.
Für Reedereien, Hafenbehörden und Regulierer bedeutet dies einen grundlegenden Wandel: Manuelle Prüfprozesse werden durch Echtzeitzugriff auf verifizierte Daten ersetzt. Dadurch werden Compliance-Risiken reduziert und die operative Effizienz erhöht. Gleichzeitig schafft die Lösung die Grundlage für eine stärkere Integration mit Hafen- und Migrationssystemen.
Über den Piloten hinaus zeigt sich bereits breites Interesse: So hat die Bahamas Maritime Authority gemeinsam mit IDsure digitale Handbücher und Kompetenzzertifikate eingeführt. Dies unterstreicht den Trend von Flaggen- und Schiffsregistrierungsstaaten hin zu sicheren digitalen Lösungen.
Der Pilot, der sich zunächst auf Brückenoffiziere fokussiert, soll schrittweise erweitert werden. Das Interesse von Behörden und Industrie wächst bereits deutlich. SmartSea zielt darauf ab, den maritimen Sektor auf das digitale Reifegradniveau der Luftfahrt zu heben. Der aktuelle Pilot zeigt exemplarisch, wie digitale Identität die Effizienz, das Vertrauen und die Compliance in der globalen Schifffahrt verbessern kann.
„Dieses Projekt gibt einen Einblick in die Zukunft der globalen Mobilität“, so Pedro Alves, Senior Vice President bei SITA. „Über alle Transportmittel hinweg wird die Identitätsprüfung nach wie vor über papierbasierte und manuelle Systeme abgewickelt. Indem wir vertrauenswürdige digitale Identitäten auf den maritimen Sektor ausweiten, zeigen wir, wie dieselbe sichere Technologie, die es Systemen ermöglicht, miteinander zu ‚kommunizieren‘, auch die persönlichen Daten schützen kann. Das bedeutet, dass die Identität der Besatzungsmitglieder sofort und sicher überprüft werden kann. Dies reduziert Verzögerungen, entlastet die Betreiber administrativ und hilft den Besatzungsmitgliedern, sich schneller zwischen Schiffen und Häfen zu bewegen. Was wir mit IDsure und unseren Partnern im SmartSea-Ökosystem aufbauen, ist nicht nur eine Innovation auf See, sondern ein Modell dafür, wie digitale Identität die Welt sicher und nahtlos verbinden kann – zunächst für Seeleute, später aber auch für alle Seereisenden.“
„Mit diesem Pilotprojekt unterstützen wir Seebehörden, Ausbildungsinstitute und Reedereien dabei, einen konkreten Schritt in Richtung digitaler Zertifizierung zu machen“, so Jesper Holmgren, CEO von IDsure. „In Zusammenarbeit mit SITA und Columbia Shipmanagement ersetzen wir fragmentierte, papierbasierte Prozesse durch einen sichereren und überprüfbaren digitalen Ansatz, der speziell für die globale Schifffahrt entwickelt wurde.“
Über SITA
Als technologischer Motor der Luftfahrtindustrie gestaltet SITA das Reisen per Flugzeug sicherer, einfacher und nachhaltiger. Das Unternehmen ist in mehr als 200 Ländern und Gebieten tätig. Rund 2.500 Kunden setzen an über 1.000 Flughäfen und in rund 19.600 Flugzeugen auf die Technologie von SITA. Das Unternehmen unterstützt über 70 Regierungen dabei, sichere Grenzen und reibungsloses Reisen zu vereinen. SITA verwaltet 45-50 % des branchenweiten Datenaustausches und sorgt so für ein hochkomplexes globales, zuverlässiges Netzwerk.
SITA verändert sich dynamisch: Von fortschrittlichem Self-Service und Betriebssteuerung über Flughafendesign bis hin zu digitalen Grenzen gestaltet das Unternehmen die nächste Reisegeneration – unterstützt durch Akquisitionen wie Materna IPS, ASISTIM und CCM. Darüber hinaus expandiert SITA mit Initiativen wie SmartSea in die Bereiche der Kreuzfahrt, der Bahn und in den urbanen Luftverkehr. Im Rahmen seiner ambitionierten Klimastrategie reduziert SITA jährlich die Emissionen um 4,2 % und strebt bis 2050 eine Netto-Null-Quote an. Die wissenschaftlich basierten Ziele sind vom SBTi validiert. Das Portfolio hilft Kunden zudem, ihren eigenen CO₂-Fußabdruck zu reduzieren.
Weitere Informationen unter: www.sita.aero